Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 33/2016 - 04.04.2016

Mecklenburg-Vorpommern im Lohnkeller: Da helfen nur Tarifverträge

Die Gewerkschaften fordern von den Arbeitgeberverbänden eine „Offensive Tarifvertrag“. Nur mit mehr Tarifverträgen komme Mecklenburg-Vorpommern aus dem Lohnkeller, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord), zur jüngsten Lohnstatistik des Statistischen Landesamtes: „Wir brauchen eine deutlich steigende Tarifbindung mit höheren Löhnen, die bei allen Beschäftigten ankommen. Daran müssen auch die Arbeitgeber endlich konsequent mitarbeiten.“ Dies schütze auch die Unternehmen, die die Standards einhalten und der Schmutzkonkurrenz von Lohndumpingfirmen ausgesetzt sind. Nur knapp die Hälfte der Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern wird bisher nach den in der Regel höheren Löhnen aus einem Tarifvertrag bezahlt.

 

Das Statistikamt hatte heute festgestellt, dass die Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern trotz Lohnzuwächsen im vergangenen Jahr im Schnitt ein Fünftel weniger verdient haben als ihre Kollegen im bundesweiten Vergleich. Demnach stiegen die Löhne und Gehälter im Nordosten gegenüber 2014 um 3,7 Prozent auf 25.828 Euro. Das sind 79,4 Prozent des Bundesdurchschnitts. Im Durchschnitt der neuen Länder bekam 2015 jeder Arbeitnehmer 26.827 Euro, in den alten Bundesländern waren es 33.421 Euro. Die Löhne und Gehälter in Mecklenburg-Vorpommern sind demnach die niedrigsten im gesamten Bundesgebiet.

 

„Die Unternehmensverbände müssen endlich die Tarifbindung stärken, damit auch die Wirtschaft im Land stärker wird“, sagte Uwe Polkaehn. Tarifverträge müssten in Mecklenburg-Vorpommern die Regel werden, die Arbeitgeberverbände dürften Ausnahmen davon in ihrer Mitgliedschaft nicht zuzulassen: „Nur so kann auch der Abgang von immer mehr Fachkräften verhindert werden. Kalkulationen, die auf Sozial- und Lohndumping beruhen, haben keine Zukunft. Deshalb sind Mitgliedschaften von Unternehmen ohne Tarif (OT) in den Arbeitgeberverbänden auch das völlig falsche Signal. Die OT-Mitgliedschaften sind ebenso Gift für die Wirtschaft wie Ausnahmen vom Mindestlohn, weil so korrekt bezahlende, tarifgebundene Firmen benachteiligt werden. Die Steigerung der Arbeitnehmereinkommen steht erst am Anfang – nach zehn Jahren der Stagnation muss die Lohnkurve viel weiter nach oben gehen. Nur so kann auch massenhafte Altersarmut verhindert werden, denn nur von guten Löhnen kann man auch Rentenansprüche erwerben, die im Alter zum Leben reichen. Mit Minijobs kann niemand Altersarmut verhindern.“

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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