Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 05/17 - 12.01.2017

Mecklenburg-Vorpommern: Erwin Sellering kündigt Tarifoffensive des Landes an - DGB ist dialogbereit

Die Gewerkschaften erwarten nach der klaren Ansage des Ministerpräsidenten, dass das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern mit den Sozialpartnern eine strikte Einhaltung von Tarifverträgen vereinbart und Wirtschaftsförderungsmittel an die Schaffung unbefristeter, sozialversicherungspflichtiger und tarifgebundener Arbeitsplätze bindet. „Nun wollen wir Taten sehen“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. In Mecklenburg-Vorpommern werden nach Gewerkschaftsangaben die niedrigsten Löhne Deutschlands gezahlt, durch Tarifverträge sind hier besonders wenige Arbeitnehmer geschützt: „Die unteren 40 Prozent der Lohnbezieher haben heute real weniger Einkommen als vor 20 Jahren. Und das, obwohl die Wirtschaftsleistung seitdem um 30 Prozent zulegte. Wo Tarifverträge gelten, sind die Löhne und Gehälter im Schnitt 20 Prozent höher. Das macht auch die Betriebe attraktiver. Der Norden braucht das Bündnis der Sozialpartner und den Druck der Landesregierung für ein Comeback der Tarifkultur. Nur so kommt das Land voran und hält die Fachkräfte, die es für eine gute wirtschaftliche Zukunft braucht“, so der DGB-Vorsitzende. Auf diesem Feld sei insbesondere der Tatendrang der zuständigen Fachministern Harry Glawe vonnöten.

 

Die Gewerkschaften seien zum Dialog bereit, erklärte Polkaehn: „Die Arbeitgeberverbände sind klug beraten, wenn sie dieses Angebot des Ministerpräsidenten annehmen und den Weg mit uns gemeinsam gestalten. Der Arbeitsmarkt braucht Regeln und Leitplanken. Tariftreue gehört dazu. Mehr Tarifverträge, das ist auch mehr Fairness gegenüber den Firmen, die korrekt entlohnen und sich gegen Lohndumping behaupten.“

 

Ministerpräsident Erwin Sellering hatte gestern in seiner Neujahrsansprache in Schwerin zu dem Thema erklärt, Wirtschaftsförderung sei für die Landesregierung kein Selbstzweck: „Es geht uns um die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen - um gute Arbeitsplätze mit fairen Löhnen und guten Arbeitsbedingungen. Da dort, wo Tarif gezahlt wird, die Löhne meist höher sind und auch die Lohnangleichung weiter fortgeschritten oder sogar abgeschlossen ist, wird sich die Landesregierung auch in Zukunft dafür einsetzen, dass mehr Tariflohn gezahlt wird.“ Die Landesregierung wolle mit Gewerkschaften und Wirtschaftsvertretern darüber sprechen, wie die Wirtschaftsförderung noch stärker auf die Schaffung unbefristeter sozialversicherungspflichtiger tarifgebundener Arbeitsplätze ausgerichtet werden könne.

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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