Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 52/2018 - 06.06.2018

Tarifverträge sind Stützpfeiler der Demokratie

Ingo Schlüter nimmt an der Veranstaltung „Gutes Land. Gute Leute. Gute Löhne!“ in Schwerin teil

Der stellvertretende Vorsitzende des DGB Nord, Ingo Schlüter, hat in Schwerin die Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern aufgerufen, die Tarifflucht im Lande zu stoppen und mehr zu tun für eine bessere Bezahlung der Beschäftigten. Tarifverträge seien auch Stützpfeiler der Demokratie.

„Die Wirtschaft ist für den Menschen da und nicht nur zur Gewinnmaximierung. Die Arbeitgeberverbände müssen endlich ihre Verantwortung für die Erhöhung der Tarifbindung wahrnehmen und die Arbeitsbedingungen im Nordosten nachhaltig verbessern: Mit Niedriglöhnen, Leiharbeit und Befristungen schafft man Verunsicherung und gewinnt man keine Fachkräfte. Die Lohnspirale in Mecklenburg-Vorpommern braucht Beschleunigung nach oben, denn hier sind die Arbeitnehmereinkommen am geringsten. 70.000 Fachkräfte pendeln täglich in andere Bundesländer  – das ist auch eine Abstimmung mit den Füßen gegen das, was die Arbeitgeber hier im Land anbieten. Die Lohnfindung bleibt Aufgabe der Tarifpartner, aber die Landesregierung darf nicht nachlassen in ihrem Bemühen, soziale Leitplanken zu setzen: Sie soll nur solche Firmen fördern, die nach Tarif zahlen. Die öffentliche Auftragsvergabe muss diejenigen Unternehmen belohnen, die faire Bedingungen bieten“, sagte Ingo Schlüter anlässlich der heutigen Veranstaltung „Gutes Land. Gute Leute. Gute Löhne!“ der SPD-Landtagsfraktion in Schwerin.

Die Gewerkschaften leisteten ihren Beitrag zu einer positiven Einkommensentwicklung, so der stellvertretende DGB-Vorsitzende: „Die Kurve der Reallöhne weist nach oben, der Mindestlohn wird zum 1. Januar  deutlich steigen, die große Koalition hat eine Mindestausbildungsvergütung vereinbart. Nun muss endlich die Mehrheit der Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern einen Tarifvertrag bekommen, bisher bieten leider nur 23 Prozent der Betriebe den Schutz tarifvertraglicher Abmachungen. Gegen Billig-Löhne in Fernost können wir schon seit Jahrhunderten nicht konkurrieren. Der Wild-Ost-Kapitalismus der 90er Jahre hat ausgedient. Moderne Unternehmen binden Arbeitnehmer durch gute Bedingungen. Unsere Untersuchungen zeigen: In tarifgebundenen Unternehmen driften weniger Wähler nach rechts, weil sie sich hier sozial besser geschützt fühlen. Deshalb sind Tarifverträge auch Stützpfeiler der Demokratie.“

 


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